Archiv des Autors: Timo Gerstel

Die Feuerzangenbowle.

Open-Air-Kino können inzwischen viele. Zwar sind wir vom Kommunale Kino Pforzheim in Sachen Open-Air-Kino schon ein „alter Hase“ und machen das im Sommer schon seit vielen Jahren. Aber ein „Winter-Open-Air“, das ist dann schon etwas anderes.

Am 4. Dezember 2010 ist es soweit, da präsentieren wir um 18 Uhr im Innenhof des Kulturhaus Osterfeld den Klassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann in einer seiner Paraderollen. Und damit es eine stilvolle Stimmung gibt, gibt es neben dem freien Eintritt einen Ausschank von echter Feuerzangenbowle.

Für uns Techniker wird das Winter-Open-Air auch wieder eine spannende Angelegenheit, denn im Gegensatz zum Open-Air-Kino im Sommer haben wir unseren Projektor nicht stationär in Räumen der Osterfeldschule aufgebaut, sondern müssen mobil bleiben, da es ja auch nur eine Vorstellung gibt. Da springt dann unser Servicemobil ein und wird als „Vorführwagen“ zweckentfremdet. Das haben wir gestern schon mal getestet. 😉

Des Kapitäns neue Kleider, Teil 3.

Ja, ich weiß, wir sind noch eine weitere Berichterstattung über die Sitzbezüge unseres „Haus-Oldtimers“, unserem Opel Kapitän, schuldig. Und ich muss zugeben, dass die beiden Sitzbänke des Kapitäns immer noch bei der Autosattlerei Arres auf mich warten, aber die Oldtimer-Geschichten sind halt immer Geschichten, die erst dann kommen können, wenn das Tagesgeschäft erledigt ist.

Wobei… wir haben das Thema mit der Kapitän-Restauration nun ganzheitlich angepackt und kümmern uns um einen Rundumschlag. Den Grund dazu sieht man auf diesem Foto leider ganz deutlich, wenn man sich einmal anschaut, was da unter den Teppichen im Innenraum in den vergangenen sechs Jahrzehnten passiert ist. Der Zahn der Zeit geht nun mal auch nicht an so einem Boliden vorbei:

Den Rost muss man allerdings erklären, denn eigentlich kommt der Rost nicht aus den Jahren, in denen er bei uns im Autohaus steht (da ist es nämlich trocken), sondern davor. In seiner Zeit bei uns im Autohaus hat sich das Rosten zwar dann in Grenzen gehalten, wenn wir allerdings eben jetzt die Sitzbänke draußen haben, wird die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und auch das Thema Rost angegangen. Immerhin, nichts ist durchgerostet, das wussten wir allerdings schon vorher. Aber so Schutzlack (das Schwarze im Bild) hält nicht ewig.

Wir arbeiten uns jetzt deshalb von hinten nach vorne durch (ist ja nach dem Ausbau der Sitzbänke alles nur noch „ein Raum“), holen im Fahrgastraum den Teppich heraus, entfernen sorgfältig den Rost. Danach kommt Zinkspray auf das blanke Blech und schließlich schwarzer Schutzlack. Mit dem Zinkspray haben wir mit unseren anderen Oldtimern schon beste Erfahrungen gemacht. Ist keine wirklich spannende und auch keine wirklich super-motivierende Arbeit, gerade mit dem Spray. Wenn man das aber gut macht, hält das die nächsten 50 Jahre mindestens.

Opel Rekord C 1700.

Wenn ein Fahrzeug auf unseren Hof fährt, dann drehen sich – Berufskrankheit – alle Köpfe in Richtung des Ankömmlings. Stammkunden erkennen wir meist sofort und dann dreht man sich an der Annahme schon in Richtung PC oder an den Tischbereich, wo die heutigen Arbeitskarten auf „ihre“ Autos warten. Bei besonderen Schätzchen (aus autotechnischer Sicht natürlich!) stehen wir dann auch gern mal auf und staunen. So wie bei diesem Opel Rekord C 1700, der an einem strahlenden Tag den Weg zu uns fand. Und der sonnige Herbsttag war gerade gut genug für dieses wahre Juwel an Oldtimer. Die folgenden Bilder gibt es, wie immer, nach einem Klick in Großansicht:

Gebaut wurde der Opel Rekord C von 1966 bis 1972 und gilt unter Experten nicht unbedingt als Weiterentwicklung des Opel Rekord B, sondern eher des „Ur-Rekord“, dem Opel Rekord A. Der Opel Rekord B glänzte einst nur mit sehr halbherzigen Verbesserungen und wurde nur ein knappes Jahr gebaut, als Opel erkannte, dass für die obere Mittelklasse schon ein größerer Wurf her muss, der dann mit dem Opel Rekord C auch gelang.

Tatsächlich kam der Opel Rekord C mit einer neuen Karosserie und einem neuen Design daher. Der „Hüftschwung“, also das Hinterteil, war ein markantes Kennzeichen und man kann sehr deutlich Reminiszenzen an damals sehr moderne Muscle Cars erkennen. Darüber hinaus war der Opel Rekord C aber schon einer der ersten Fahrzeuge, bei denen Opel Wert auf die Insassensicherheit legte. Es wurden Knautschzonen (damals weitgehend noch ein Fremdwort) definiert, das Armaturenbrett gepolstert, eine Teleskop-Lenksäule verbaut und es gab Dreipunktgurte und Kopfstützen, allerdings nur auf Bestellung. 😉

Das Modell hier ist die zweitürige Limousine mit 60 bis 66 PS, die von einem 1,7-Liter-Vergasermotor geliefert werden. Das war für damalige Zeiten schon ein ordentliches Auto, das einst rund 8.000 Deutsche Mark kostete. An diesem Opel Rekord C, den ein Kunde von uns in Südfrankreich gekauft und nach Deutschland importiert hat, stimmt wirklich alles, außen und innen ist die Limousine in absolutem Sahnezustand. Selbst der Aufkleber auf der Heckscheibe ist noch im Original. Und das für ein eben mal 40 Jahre altes Auto! Das i-Tüpfelchen sind die hübschen Weißwandreifen und die Chrom-Radkappen.

Neid! 🙂

Service-Zertifizierungen.

Weiterbildung des Personals ist für einen Dienstleistungsbetrieb eine essentielle Angelegenheit. Wir können noch so gute Maschinen kaufen und Opel noch so gute Autos bauen – wenn wir kein Personal haben, dass die Maschinen bedienen kann bzw. die Autos warten können, dann stehen alle im Regen. Deshalb setzen wir viel Energie in die Weiterbildung unseres Personals.

Bei Opel gehören die „Clubs“ zu den begehrtesten Auszeichnungen, die wir erhalten können und die wir auch „halten“ müssen, da sie jährlich verlängert werden. Zwei von uns, nämlich unser Ersatzteile-Chef Harald Rudolf und meine Wenigkeit, haben sich für zwei solche Clubs qualifiziert, so dass Harald nun im Opel Teileleiter Club Mitglied ist und ich im Opel Serviceleiter Club. Die Urkunden wurden uns von unserem Distriktleiter überreicht:

Diese Auszeichnungen, die wir als einziges Opel-Autohaus in Pforzheim derzeit halten, sind Lob einerseits, aber eben auch Verpflichtung. Im Rahmen eines genau definierten Kataloges müssen wir eine Reihe von Punkten erfüllen, um unsere Servicequalität ständig auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Dazu gehören einerseits natürlich die technischen Anforderungen, aber eben auch das „Menschliche“, worauf Opel inzwischen einen sehr großen Wert legt. Einfach zu sagen, das wäre für uns kein Problem, ist viel zu einfach, darauf lässt sich Opel nicht ein – Service muss spürbar sein, um als echter Mehrwert einer Kunden-Dienstleister-Beziehung erkannt zu werden. Das fängt bei der Beratung an, geht über die Annahme eines Fahrzeuges, die Lösung des Problemes und endet noch lange nicht bei der Übergabe des Fahrzeuges, denn gemessen werden wir bei allen Fragen- und Problemstellungen, mit denen uns unsere Kunden prüfen, selbst wenn sie „nur“ Opel-Kunden sind und unser Autohaus das erste Mal in Anspruch nehmen, sei es gewollt oder ungewollt, beispielsweise durch eine Fahrzeugpanne auf der Autobahn bei der Durchreise.

Das ist alles nicht immer sehr einfach, selbst wenn man die gleiche Sprache spricht und nicht noch zusätzlich einen Dolmetscher benötigt. Aber diese Dinge sind lösbar, wenn aus- und weitergebildete Mitarbeiter mit eigenem Kopf und einem ausgeprägten Gespür für Mensch und Materie an diese Dinge herangehen. Ist unser Job, machen wir gern. 🙂

Abgehalfteter Sat-Receiver.

In unserem Wartebereich gibt es einen Fernseher, auf dem tagsüber in der Regel ein Nachrichtensender läuft. Zum einen zur Unterhaltung für eventuell wartende Kunden, zum anderen nutzen wir den Fernseher natürlich auch für uns, um in einer ruhigen Minute mal draufzuschauen, was gerade in der Welt passiert. Das Fernsehprogramm holen wir uns dabei per Satellit und haben den dazu notwendigen Sat-Receiver hinter dem Bildschirm befestigt. Und weil die Welt nicht immer gut ist, hat sich der Sat-Receiver losgemacht und das sieht natürlich extrem bescheiden aus:

Sowas lässt mir natürlich keine Ruhe. Also neue Kabelbinder in der Werkstatt geholt und im laufenden Betrieb das Ding wieder da hin, wo es hingehört. Bei uns hat jeder, der im Dienste des Kunden steht, seinen festen Platz einzunehmen. 😉

Apropos: Bilder von unserem Wartebereich haben wir Ihnen hier im Weblog noch nie gezeigt, oder? So sieht unsere Sitzecke nämlich aus. Die knallroten Sessel sind zwei Bankreihen echte Kinosessel, die, so wie es auch im Kino ist, fest auf dem Boden verschraubt sind und umklappbare Sitzflächen haben. Sieht nicht nur gemütlich auch, ist auch so:

In der Ecke zwischen den Sitzreihen steht ein echter, alter Filmprojektor, der eine kleine Reminiszenz an meine cineastische Leidenschaft darstellen soll. Der Warteraum hat so einen echten Charakter. Auf dem Tisch gibt es dann ein paar Zeitschriften, Prospekte, ein paar teilweise von Kunden liegen gelassene Fachbücher (beispielsweise zum Thema „Enzyme“…) und selbstverständlich eine Tageszeitung.

Des Kapitäns neue Sitzbezüge, Teil 2.

Die neuen Sitzbezüge für unseren Opel Kapitän, Baujahr 1954, sind nun in der Mache. Nachdem wir die Sitzbänke zur Autosattlerei Arres gebracht haben, nimmt man sich dort den Sitzen an und zwar von Anfang an.

Dazu gehört, dass der alte Sitzbezug (und der darüberliegende Schonbezug) weg muss und das leider vollständig – die alten Bezüge sind nicht mehr zu gebrauchen. Außerdem musste der Sitzkern begutachtet werden, was einige zu erwartende Mängel hervorbrachte, es sind nämlich genügend Sitzfedern schlicht weggerostet. Ohne vernünftiges Chassis nützt natürlich der beste Sitzbezug nicht. Also muss als erstes mal der Sitzkern in Ordnung gebracht werden und dazu braucht es Draht, Klammern, Zange und Schweißgerät. Währenddessen sieht die Sitzbank nur sehr entfernt nach Sitzbank aus:

Der Schein trügt aber sehr, denn der Sitzkern ist eigentlich noch erstaunlich gut in Schuss, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass mit dem Opel Kapitän (wie zu erwarten) immer gut umgegangen wurde.

Der nächste Schritt wird nun sein, passende Sitzbezüge zu finden. Originale Sitzbezüge gibt es natürlich keine mehr, es gibt jedoch spezialisierte Unternehmen, die neue Sitzbezüge für Oldtimer nach alten Vorbildern anfertigen. Das wird nicht ganz billig, allerdings können wir den Opel Kapitän unmöglich mit einem Sitzbezug ausstatten, der nicht zum Auto passt.

Und dann noch etwas zum Schmunzeln: Der Opel Kapitän steht selbstverständlich weiterhin bei uns auf dem Hof des Autohauses. Weil wir aber das gute Stück hin und wieder an einen neuen Platz verschieben müssen, haben wir die derzeit fehlende Sitzbank… ähem… vorübergehend ersetzt:

Für was die gute, alte Postbox nicht alles zu gebrauchen ist. 😉

Räderwechsel-Samstage.

Nun wird es ja nachts schon wieder knackig kalt und zweifellos naht der Herbst, weshalb Sie sich ruhig auch mal wieder Gedanken darüber machen sollten, wie das mit dem Räderwechsel auf Winterreifen vonstatten geht. Und ja, geben Sie zu, ist jedes Jahr immer das gleiche Drama: Kaum hat es das erste mal Frost gegeben, wird in der Werkstatt angerufen und Sie wundern sich, dass es in der Terminabsprache drunter und drüber geht, weil eben alle das gleiche gedacht haben.

Also, machen wir es eben anders: Dieses Jahr rufen wir an allen Samstagen im Oktober und November den „Räderwechsel-Samstag“ aus. An diesen sieben Samstagen haben wir unsere Werkstatt eine Stunde länger geöffnet, nämlich von 8 bis 13 Uhr. Zusätzlich stocken wir unsere Besetzung für diese Samstage auf (da dürfen auch unsere Azubis ran…) und noch viel zusätzlicher gibt es für alle diejenigen, die zum Räderwechsel-Samstag kommen, ein kleines Frühstück mit Kaffee, Saft und Brezeln. Und das alles gibt es zusammen mit dem Wechseln eines Rädersatzes Sommer- auf Winterreifen für ein Fahrzeug für genau 19,90 Euro inkl. Mehrwertsteuer.

Was müssen Sie tun? Ganz einfach: Bei uns anrufen unter 07231 280009-0 und sich von uns für einen der Räderwechsel-Samstage einen Termin geben lassen. Zu diesem Termin kommen Sie dann mit Ihrem Fahrzeug und gegebenenfalls mit Ihrem Satz Winterreifen zu uns und dann machen wir die drauf, während wir Sie auf ein kleines Frühstück einladen. Ihre Sommerreifen laden wir Ihnen dann ins Auto oder Sie können diese für wenig Geld bei uns einlagern lassen.

Und gern zeigen wir Ihnen dann live in unserer Werkstatt, warum selbst so einfach klingende Dinge wie ein Reifenwechsel eine Angelegenheit ist, die Vertrauenssache ist. Denn selbst bei einem Reifenwechsel kann man ohne Fachkenntnis und/oder die nötige Sorgfalt viele Dinge sehr, sehr falsch machen.

Überraschung im Opel Kapitän.

Gerade komme ich von der Autosattlerei Arres. Die Erste und meiner Meinung nach einzige Adresse für Fahrzeuginnenaustattung, Restauration und Cabrioverdecke in Pforzheim und weiter darüber hinaus. Eine Firma wie unsere: Familienunternehmen mit Firmenhund und Frau und Herr Arres Senior und Frau und Herr Arres Junior begrüßen ein einfach herzlich!

Warum war ich dort? Unser altehrwürdiger Opel Kapitän, immerhin ein Oldtimer mit einem gesegneten Alter von 56 Jahren, hat etwas Auffrischung verdient und deshalb wollte ich nach den Sitzbezügen schauen lassen, die im Laufe der Jahre schon deutlich gelitten haben. Immerhin nutzen wir den Kapitän hin und wieder auch für Ausfahrten und als Hochzeitskutsche (Betonung auf „Kutsche“) und da sollte das Interieur schon so sein, dass man sich auch gern hineinsetzt. Von außen sieht er immerhin sehr schmuck aus:

Als ich nun mit den ausgebauten Sitzen unseres Kapitäns ankam, runzelte Herr Arres schon die Stirn. „Stimmt was nicht?“ fragte ich. „Das ist nicht der Originalbezug!“ sagte er mit offensichtlich gekonntem Blick und machte sich an die Arbeit:

Als er dann den oberen Teil des Bezuges löste, kam tatsächlich der Originalbezug darunter vor. Und das muss man sich mal vorstellen: Jetzt bin ich 33 Jahre alt, kenne unseren Opel Kapitän seit 33 Jahren und bekomme jetzt kurz und schmerzlos gesagt: Das war so nieee!

Eine Welt bricht zusammen! Die Moral von der G’schicht: Ab und zu die Dinge von der anderen Seite betrachten!

Kühlschränke von … Opel.

Ein wahrer Schatz in Sachen Opel steht bei unserer Großmutter im Keller. Nämlich ein Kühlschrank:

Super, ein Kühlschrank. Wenn man sich den Kühlschrank aber einmal näher anschaut, wird auch deutlich, warum der Kühlschrank etwas besonderes ist – es ist nämlich ein Frigidaire, ein Kühlschrank der früheren Adam Opel AG:

Das Modell „Frigidaire“ (spricht man „Fridschidär“ aus) wurde von der damaligen Adam Opel AG in den späten 1940ern gebaut. General Motors besaß zu dieser Zeit ein Unternehmen eben namens Frigidaire, das in den USA Haushaltsgeräte herstellte. Der Kühlschrank wurde dann nach dem Zweiten Weltkrieg von der GM-Tochter Adam Opel in Deutschland in Lizenz gebaut und vertrieben. Monatlich doch immerhin rund 500 Stück, so dass heute der Frigidaire, der von Opel in Deutschland gebaut wurde, zu einer absoluten Rarität gehören dürfte. Das Unternehmen gibt es übrigens immer noch und stellt vornehmlich für den nordamerikanischen Raum Haushalts- und Küchengeräte her. Allerdings gehört Frigidaire seit den 1970er Jahren nicht mehr zu General Motors.

Omas Kühlschrank hat also locker 50 Jahre auf dem Buckel und funktioniert übrigens noch prima. Zwar ist er weit davon entfernt, unsere heutigen Kühl- und Energiestandards einzuhalten, allerdings kann er im Keller auch nichts weiteres anstellen, denn dort ist es ja schon mal hinreichend kühl und für die dort gelagerten Getränkeflaschen, die ab und an gekühlt werden sollen, reicht das allemal. Und nein, wir geben den liebenswert ausschauenden Boliden ebensowenig her, wie unsere rollenden Oldtimer!

Wäre aber mal ein spannendes Projekt, den Frigidaire auf moderne Standards umzubauen. Mal sehen, wenn ich mal Zeit habe. 😉

LCD-Flüssigkeit.

Wir sind bei unseren Auszubildenden fordernd, gleichzeitig aber menschlich. Niemand kann alles wissen und Auszubildende sind ja in erster Linie deshalb Auszubildende, weil sie etwas lernen sollen und das meistens auch wollen. „Meistens“ deshalb, weil es eben so viele Typen von Auszubildende gibt, wie Menschen auf der Erde. Es gibt sehr gute Azubis, denen man die Freunde an ihrem Job anmerkt und deren Freude ansteckend ist. Und es gibt auch immer wieder mal Azubis, die es schaffen, den halben Laden aufzuhalten und zu nerven.

Vor Jahren hatten wir mal einen, der wusste alles besser. Selbstverständlich. Ich meine, wir sind ja auch nur deswegen ein KfZ-Meisterbetrieb, weil unsere Meister von Azubis darüber informiert werden, was der Meister alles falsch macht, nicht? Jedenfalls hatten wir damals ein Auto, in dem im Armaturenbrett eine LCD-Anzeige defekt war. Kann passieren. Glasbruch, Materialfehler, Temperaturproblem, wie auch immer.

Der Kollege Azubi meinte, das könne man reparieren. Ach ja. Defekte LCD-Anzeige reparieren. Ja sicher, das kann man machen, da müsse man kein neues bestellen.

Man könne einfach die LCD-Flüssigkeit in der Anzeige ersetzen.

Alles klar. Der Kollege ließ sich auch nicht auf eine Diskussion ein, dass das eben nicht so einfach geht, aber weil er so nervte, schickte ihn der Meister dann eben zu einem Dienstleister von uns, „LCD-Flüssigkeit“ kaufen. Und er marschierte los und blamierte sich. 😉