Archiv der Kategorie: Technik

Defekte Xenon-Leuchtanlage: Nichts für Unbefugte.

Das Hochspannungs-Warnzeichen auf dem Steuergerät für das Xenon-Leuchtmittel in einem Opel Insignia spricht eine deutliche Sprache: Hier fließt richtig Strom. Zwar ist die Stromstärke verhältnismäßig klein, dafür aber die Spannung sehr hoch, nämlich 1.100 Volt im Wechselstrombetrieb. So ein Stromschlag tut nicht nur weh, sondern ist potentiell lebensgefährlich.

Daher ist ein defekter Xenon-Scheinwerfer nichts, an was ein Unbefugter herumdoktern sollte. Glücklicherweise sind Xenon-Leuchtanlagen sehr langlebig, aber durch einen Unfall oder unsachgemäße Behandlung ist es möglich, dass Feuchtigkeit in die eigentlich hermetisch abgesicherten Gerätschaften kommt und dann ist der Kurzschluss weitgehend nur noch eine Frage der Zeit. Glücklicherweise verhindert die zuständige Sicherung Schlimmeres und gibt im Falle des Kurzschlusses den Geist auf.

Daher gilt auch der wichtige Ratschlag: Wenn ein Xenon-Scheinwerfer nicht mehr funktioniert und beim Blick auf die Sicherung erkennbar ist, dass die entsprechende Sicherung durchgebrannt ist, dann ist das ein Fall für die fachkundige Autowerkstatt. Ohne Grund geht eine Sicherung üblicherweise nicht kaputt und der einfache Austausch einer Sicherung führt meist dazu, dass gleich die nächste Sicherung durchbrennt.

Warum auf vielen Car-Pass-Dokumenten kein Radio-Code mehr ist.

Gerade am gestrigen Abend hatten wir es wieder einmal davon: Ein frischgebackener Besitzer eines Opel-Fahrzeuges sucht für sein Autoradio den Radiocode. Der Verkäufer des Fahrzeuges war auch so aufmerksam, den Opel Car Pass auszuhändigen – nur findet sich auf der Karte zwar die Seriennummer des Autoradios, aber kein Radio-Code. Fehlt da etwas?

Nein, das hat schon seine Richtigkeit. Seit rund zehn Jahren verbaut Opel Infotainment-Systeme, die keinen Radio-Code (im Volksmund auch „Diebstahlcode“ genannt) mehr besitzen, sondern in der Fahrzeugelektronik registriert sind. Das hat den großen Vorteil, dass nach einem Wechsel der Autobatterie das Autoradio nicht wieder neu mit dem Radio-Code freigegeben werden muss, sondern sofort wieder funktioniert – eben so lange das Autoradio im Bordcomputer korrekt registriert ist.

Nun sagen die einen: Das ist Geldmacherei von Opel, denn so kann man kein originales Opel-Autoradio ohne weiteres in einen anderen Opel einbauen.

Wir sagen: Das kann man so sehen, aber das ist in den meisten Fällen ja auch so gewollt, dass das Autoradio in einem fremden Auto nicht funktioniert, denn üblicherweise bleibt das originale Autoradio meist im Auto. Will man irgendwann ein eigenes Autoradio einbauen, spricht da ja nichts dagegen, das originale Radio auszubauen. Nur wenn das neu einzubauende Autoradio ein Opel-Originalradio sein soll, muss es eben aus Sicherheitsgründen einmalig in der Bordelektronik angemeldet werden. Das kostet freilich bei einem Opel Service Partner etwas Geld, aber auch ein verlorener Car Pass kostet Geld. Und letztlich geht es um Abschreckung von Gaunern, um ihnen das illegale Handwerk zu erschweren.

Was einen Käufer eines gebrauchten Opels stutzig machen sollte: Wenn nach einem Batterieausbau das originale Autoradio nicht mehr funktioniert und freigeschaltet werden muss. Denn da ist leider die Chance hoch, dass dieses Autoradio irgendwann später ins Auto kam. Auch das muss nicht immer ein Zeichen für Illegales sein, aber wird ein Opel-Original-Radio von einem Opel Service Partner eingebaut, wird das üblicherweise auch korrekt gemacht und das Radio in der Bordelektronik angemeldet.

Übrigens, auch sehr wichtig: Ein originales Opel-Autoradio muss beim Ausbau aus einem Auto von diesem Fahrzeug „ent-heiratet“ werden, auch das geschieht über die Steuerelektronik in der Werkstatt. Wird das vor einem Ausbau nicht getan, wird dieses Autoradio in keinem anderen Auto funktionieren!

Zur Info: Der Frost ist da!

Unsere Werkstatt öffnet morgens um sieben Uhr und das bedeutet, dass wir und unsere Morgencrew da auch früh aus den Nestern muss. Und das bedeutet, dass wir im Herbst dann natürlich auch den Frost eher sehen. Und heute war er da, der Frost, unübersehbar:

Geregnet hat es, soweit wir das sehen können, zwar nicht über Nacht, aber Raureif ist eine fast schon unangenehmere Sache, denn der legt sich so richtig schön auf die Scheiben. Übrigens um so schöner und fester, je weniger gepflegt die Scheibe ist. Denn wenn die Scheibe gelegentlich mit Seife, mit Scheibenwischwasser oder zur Not auch einfach nur mit Wasser abgezogen wird, desto sauberer und glatter ist sie. Das erkennt man dann auch daran, dass der Reif weitgehend durchsichtig ist. Je weißer der gefrorene Reif ist, desto früher müssen Sie aufstehen oder desto später kommen Sie morgens ins Büro, ganz einfach. 🙂

Daher ist jetzt die gute Zeit, um sich um die Scheiben zu kümmern und das Werkzeug für das Eiskratzen zu prüfen und gegebenenfalls zu kaufen. Ein Eiskratzer macht übrigens auch bei Autos mit Standheizungen Sinn, denn manchmal hat man einfach auch nicht die Zeit zu warten.

400.000 Kilometer Laufleistung eines Opel Omega

Vor ziemlich genau zwei Jahren hatten wir über die satte Laufleistung eines Opel Omega B Caravan, Modelljahr 2002, eines Kunden gebloggt, der zur damaligen Inspektion schlappe 354.000 Kilometer auf dem Tacho hatte. Er ist heuer wieder da und wir lassen einfach das Foto des Kilometerzählers sprechen:

Ordentliche 403.000 Kilometer – das ist mehr als 10 Mal um die Erde gefahren! Wohlgemerkt mit dem Originalmotor.

Allerdings müssen wir leider sagen, dass es wohl keine sehr große Geschichte mehr mit diesem Omega gibt, denn er ist jetzt in so einem Zustand, dass man viel Geld hineinstecken müsste. Das bedauern auch wir, denn es ist bis heute ein sehr dankbares Auto und jeder Kilometerlangläufer, den wir von der Straße nehmen, ist ein Moment zum Innehalten. Ja, das sagen wir als Servicetechniker wirklich mit Ehrfurcht.

Nächstes Motorenmodellbau-Projekt.

Wieder etwas neues aus meinen Mittagspausen, nämlich ein neuer Modellbau-Motor. Hier habe ich etwas ganz spannendes probiert, nämlich einen elektrisch betriebenen Zweizylinder mit einem Signalgeber. Dazu habe ich einen handelsüblichen Signalbaustein verwendet, versorge den mit Strom und zapfe sein Signal ab. Mit diesem Signal wird dann die Motorsteuerung versorgt. Ich habe das wieder in einem Video versucht zu erklären.

Sieht alles „handmade“ aus und ist es auch, denn alle Teile (bis auf die Teile der Elektronik) sind aus unserer Werkstatt und aus ausgebauten Autoteilen zusammengesucht und gebaut. Da helfen auch meine Kollegen eifrig beim Sammeln von Teilen mit.

Und auch für diesen Motor gilt: Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gern bei uns, beispielsweise über das Kontaktformular des Gerstelblog. Und wenn Sie meine Motoren gern einmal live zuschauen möchten, kommen Sie einfach bei uns im Autohaus vorbei. 🙂

Android Auto für Gebrauchtfahrzeuge.

Moderne Autos haben alle ausgefeilte Infotainment-Systeme an Bord. Das zählt für viele Autokäufer längst mehr als so Sachen wie schöne Alufelgen oder anderes Zubehör. Und ja, mit den derzeitigen Infotainment-Lösungen für Opel-Neuwagen können wir uns durchaus sehenlassen.

Das Problem dabei ist, dass viele Autobesitzer, die so ein modernes Infotainment kennengelernt haben, da gar nicht mehr weg wollen. Und für jüngere Autobesitzer zählt es heutzutage, ein Autoradio mit Smartphone-Anschluss zu haben, idealerweise mit Apple Carplay oder Android Auto.

So etwas bauen wir ein und das machen inzwischen gar nicht mehr so viele Autohäuser. In diesem Fall hier ist es ein Opel Corsa, der einen Doppel-DIN-Einschub für das bisherige Autoradio hatte und da passen eben auch moderne Autoradios von Fremdherstellern und mit aktuellen Features hinein. Android Auto ist hier in Aktion und funktioniert tadellos, inklusive der Musikfunktion und der bordeigenen Navigationslösung im Smartphone.

Solche Autoradios brauchen zwingend einen USB-Anschluss und auch da kann man sich inzwischen etwas einfallen lassen, weil viele Radios eine eigene USB-Zuleitung mitbringen, die sich mit Geschick und guter Planung in die Mittelkonsole verlegen lässt.

Da dann eine USB-Buchse verbauen und schon wertet diese nachträgliche Lösung einen gebrauchten Opel Corsa enorm auf.

Kleine Lederschäden mit Lederfarbe reparieren.

Bei älteren Ledersitzen lassen sich kleinere Schäden nie richtig vermeiden, will nicht ständig auf Schonbezügen sitzen. Sehr beliebt als Schadenmacher sind dabei Nieten an Jeans, die gerade an den Sitzflanken mehr oder weniger tiefe Risse hinterlassen können. Zusammen mit regelmäßiger Nutzung und mit den Temperaturunterschieden im Sommer und im Winter ist das auf Dauer richtig harte Arbeit für Ledersitze.

Ärgerlicherweise sehen auch schon kleinere Risse richtig hässlich aus, weil sie dank gefärbter Oberflächen deutlich sichtbare Ränder aufweisen. Und genau hier kann man auch schon ansetzen, nämlich mit möglichst hochwertiger Lederfarbe, passend zur Farbe der Bezüge natürlich. Das reibt man schön mit einem sauberen Lappen ein und schon sind kleinere Risse zwar nicht verschwunden, aber fast nicht mehr sichtbar.

Wichtig: Färben repariert keine Löcher. Wer also Risse im Leder sieht, sollte sich schon einmal Gedanken darum machen, wie es da weitergehen soll. Gerade bei Fahrzeugen, die noch keine Oldtimer sind, aber auf dem besten Wege dahin, ist die Frage berechtigt, denn da lassen sich noch die ein oder anderen gut erhaltenen Sitze bei Teilehändlern und Marktplätzen für annehmbares Geld finden. Solche Sitze kosten natürlich Stauraum, zahlen sich aber nach Jahren aus. Entweder weil man sie dann selbst brauchen kann oder sie sich relativ einfach wieder versilbern lassen. Je älter ein Modell wird, desto weniger gut erhaltene Fahrzeuge gibt es und dann werden Originalsitze so richtig interessant.

Die Flaggen auf den Hauben (und vor den Kühlern).

Tja, es ist Fußball-WM-Zeit und damit auch Hochkonjunktur für das Bestücken des eigenen Fahrzeuges mit nationalen Bekenntnissen. Gar kein Problem, darf jeder so machen, wie er es möchte – so lange es den restlichen Straßenverkehr nicht behindert.

Ein Tipp haben wir für diejenigen, die so weit gehen, die Motorhaube ihres Fahrzeuges mit einer großen Flagge zu dekorieren: Sparen Sie die Kühlerschlitze aus, egal ob am Kühlergrill oder eingebaut auf der Haube. Denn die brauchen viele Fahrzeuge dringend, um Luft an Motor und Kühler zu bekommen. Zwar sind die meisten Flaggenstoffe mehr oder weniger winddurchlässig, aber wären sie vollkommen windneutral, würde eine Flagge logischerweise nicht wehen können.

Daher geht eine Flagge vor dem Kühlergrill zwangsläufig auf die Kühlungsleistung des Fahrzeuges und sorgt besonders an heißen Tagen bei einer langen Autofahrt recht schnell für Temperaturwarnungen in Sachen Kühlmittel. Muss man nicht haben.

Kampf gegen den Betonpoller.

Betonpoller sind für Autofahrer in Bereichen des ruhenden Verkehrs (also an Parkplätzen) eine echte Herausforderung, vor allem im Dunkeln. Denn schon mit relativ wenig Geschwindigkeit gegen so ein Ding draufgefahren, geht richtig viel kaputt, weil die Poller nur schwerlich nachgeben. Das gibt dann solche „Prägungen“:

Ein Stückweit tägliches Geschäft in Autowerkstätten, aber solche Unfälle sind wirklich ärgerliche Geschichten, weil man oftmals solche Poller kaum erkennen kann, wenn man im Auto sitzt.

Was bedeutet das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts für Diesel-Fahrer?

Nicht erst seit gestern haben wir mit der Diesel-Problematik eine Menge zu tun. Dabei gar nicht so sehr technisch, sondern vor allem am Telefon und in vielen Gesprächen vor Ort. Wir möchten daher die häufigsten Fragen und Antworten einmal sammeln und beantworten.

Was hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 27. Februar 2018 eigentlich geurteilt?

Im Prinzip ging es um eine einzige Frage: Dürfen in besonders belasteten Städten bei entsprechend schlechten Witterungsverhältnissen Fahrverbote ausgesprochen werden oder nicht. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte, dass dies durchaus gestattet ist.

Ob wir das nun gut oder schlecht finden, sei dahingestellt. Das können und wollen wir hier nicht beantworten. Wir verstehen einerseits die Autobesitzer, die oftmals ihr Auto unbedingt brauchen. Wir verstehen allerdings auch Stadtbewohner, die sich über zu viel Emissionen und die daraus entstehenden Folgen beschweren.

Warum trifft es vor allem die Dieselfahrer gerade?

Das liegt daran, dass es vor allem um Stickoxid-Emissionen geht, die bei Dieselfahrzeugen in größerer Menge anfallen, als bei Ottomotoren (dort aber durchaus auch). Zu den Emissionen von Kraftfahrzeugen gehören aber auch Feinstäube, die ebenfalls in vielen Kommunen bis an die Grenzwerte gehen und teilweise auch darüber.

Fahrverbote erwägen Kommunen unabhängig davon, ob es Überschreitungen in Sachen Stickoxiden gibt oder in Sachen Feinstaub.

Was sind die EURO-Normen?

Die EURO-Normen beziehen sich auf eine Verordnung der EU-Kommission für Typgenehmigungen für leichte Personenwagen und Nutzfahrzeugen. Klassifiziert sind die Fahrzeuge dabei in Normklassen, die wir als EURO-Kennungen kennen, also z.B. „EURO 4, EURO 5 etc.“

Die Motoren der aktuellsten Generationen haben üblicherweise eine Freigabe für EURO 6, die ab September 2014 verbindlich wurde.

Was für eine Schadstoffklasse hat mein Auto eigentlich?

Unterscheiden muss man hierbei zwischen zwei Klassifizierungen, nämlich der Schadstoffklasse, die für die Umweltplakette als Basis genommen wird (die roten, gelben und grünen Aufkleber) und die EURO-Norm. Beide haben miteinander nichts zu tun, wie wir schon einmal vor einigen Monaten geschrieben hatten („Euro 5 und grüne Umweltplakette 4? Wie geht das?„).

Welche Euro-Norm Ihr Fahrzeug einhält, können Sie anhand des Schadstoff-Schlüssels im Kraftfahrzeugschein oder Brief ermitteln. Dazu gibt es im Internet entsprechende Tabellen, gern ist aber auch Ihre Werkstatt bei der Recherche behilflich.

Wen betreffen Fahrverbote dann genau?

Das ist jetzt die große Preisfrage, denn leider gibt es darüber noch keine Verfahrensanweisungen, Gesetze und noch nicht einmal echte Empfehlungen. Herauskristallisieren wird sich wohl, dass zum einen die Umweltzonen soweit bleiben, allerdings auf Dauer kaum sinnvoll sind, da immer mehr Fahrzeuge die grüne Plakette besitzen und daher in die Umweltzonen einfahren können. Schadstoffemissionen lassen sich so kaum verbessern.

Die derzeitige Diskussion dreht sich um eine Erweiterung der drei Farben um eine vierte Farbe („blaue Plakette“, die dann Autos bekommen können, die die EURO-5- oder EURO-6-Norm einhalten. So eine Plakette würde dann eine einfache Kontrolle von in Umweltzonen einfahrenden Fahrzeugen erst ermöglichen.

Aber, ganz klar: Es gibt zum derzeitigen Stand (Februar 2018) keine solche Plakette.

Ich möchte ein Auto kaufen, was muss ich beachten?

Wichtig ist, die EURO-Schadstoffnorm zu kennen. Am sichersten fahren Sie natürlich mit neuesten Modellen nach EURO 6, in der Regel nach 2014 gebaut. Autos nach EURO 5 sind derzeit noch bis September 2019 berechtigt, um auch bei Fahrverboten noch fahren zu können, aber da ist ein Ende bereits absehbar. EURO 4 und weniger wären nach heutiger Ausgangslage von Fahrverboten betroffen.

Aber dazu sei nochmal gesagt: Klare und definitive Aussagen des Gesetzgebers gibt es hier (Stand Februar 2018) noch keine.