Archiv des Autors: Timo Gerstel

So eine kleine Schraubenmutter …

… und schon so eine große Ersatzteiltüte (die Schraubenmutter befindet sich unten rechts, für eine Großansicht bitte auf das Bild klicken):

Potentieller Abfall hin oder her: Ohne die großzügige Verpackung hätte der Aufkleber keinen Platz und auf dem Aufkleber ist alles notwendige für diese Ersatzteilbestellung enthalten. Fiele so ein Tütchen beim Transport aus einem Karton, könnte der Fahrer dank des Aufklebers trotzdem herausfinden, wohin das Teil gehört. Und wir können anhand der Informationen feststellen, wohin das Teil in unserem Ersatzteillager gehört und haben es dann griffbereit.

An die Opelaner, die hier auch eifrig mitlesen: Was für ein Ersatzteil ist es genau? Die Lösung bitte im Weblog als Kommentar zum Artikel hinzufügen. 🙂

Seit wann “sind“ wir eigentlich Opel?

Die Frage, seit wann wir eigentlich Opel-Autohaus sind, wird uns immer wieder einmal gestellt. Und tatsächlich wissen wir eigentlich nur eines sehr genau – dass unser Autohaus aktuell 99 Jahre alt ist und die Wurzeln des Autohauses Gerstel ursprünglich in einer NSU-Vertretung lagen. Seit wann wir aber genau “Opel sind”, das war immer so eine Frage, zu deren Klärung selbst unser Firmenarchiv nicht helfen konnte.

Aber dafür Opel selbst, denn in deren Firmenarchiv hat sich doch tatsächlich etwas darüber finden lassen, nämlich dass der 1. Januar 1920 der Tag ist, an dem das Unternehmen “Heinrich Gerstel Automobile” eine Opel-Vertretung wurde. Da war Opel zwar auch schon 58 Jahre alt, baute aber erst seit 22 Jahren Motorfahrzeuge. Und unsere Partnerschaft geschah noch mit der “Opel Kommanditgesellschaft”, die Umwandlung in die Opel AG lag damals noch rund neun Jahre in der Zukunft und damit auch die Übernahme von Opel durch General Motors, die am 17. März 1929 stattfand.

Den neunzigsten Geburtstag unserer Opel-Partnerschaft haben wir also tatsächlich verschlafen!

Der Service ist besser!

Tja, Andreas, den Opel Astra F mit den 328.000 Kilometern Fahrleistung, den du in Zahlung genommen hast, den toppen wir aus der Werkstatt ganz locker! Aktuelles Beispiel ist ein Opel Vectra C aus der Flotte eines Firmenkunden mit einer stattlichen Kilometerleistung von sage und schreibe 439.529 Kilometer – das ist fast 11 mal um die Erde gefahren! Beweisfoto:

Wohlgemerkt – da ist noch der 1. Motor drin. Vernünftige Fahrweise und guter Service zahlen sich einfach aus. Und dann läuft der Opel. Und läuft. Und läuft.

Engpass beim Kältemittel.

Das sind die, die Hauptdarsteller unseres aktuellen Sommerdramas. Ich mit meinen drei leeren Gasflaschen, die eigentlich alle drei mit dem Kältemittel R134a gefüllt sein sollten, das wir für Klimaanlagen verwenden:

Wie gesagt, alle drei Flaschen sind leer, so dass wir derzeit keinen Nachschub in Sachen Kältemittel für Klimaanlagen in Fahrzeugen haben. Und das hat ironischerweise seinen Grund darin, dass ein anderes Kältemittel seit dem 1. Januar 2010 nicht mehr als Kältemittel eingesetzt werden darf, nämlich R22. R22 steht für Chlordifluormethan und ist ein ozonschichtschädigendes Gas. Zwar steht mit R134a (Tetrafluorethan) ein Ersatzgas bereit, das wir, wie alle anderen Autowerkstätten, eben auch nachfüllen, allerdings ist dank der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nicht nur der Preis für das Gas gewaltig angestiegen – man muss es überhaupt erst einmal beschaffen. Und die derzeitige Sommersaison macht das Dilemma auch nicht gerade besser.

Richtig spannend wird es übrigens auch mit R134a ab nächstem Jahr, denn ab 2011 darf auch R134a nicht mehr bei der Neuwagenproduktion benutzt werden. Zwar schädigt R134a nicht die Ozonschicht, ist aber leider ein starkes Treibhausgas. Laut Wikipedia hat R134a das 1430-fache Treibhauspotential als Kohlendioxid.

Durchaus eine Ansage zum Schutze der Umwelt. Allerdings stellt sich die Frage für Nachfolger und da gibt es mehrere:

  • Ammoniak (R717)
    Hat ein gutes Verdampfungsverhalten und kann entsprechend gut Wärme transportieren, ist allerdings giftig und umweltgefährlich. Jeder, der schon mal Ammoniak gerochen hat, weiß, dass er das nicht gern im Auto haben möchte, wenn die Klimaanlage undicht werden sollte.
  • Kohlendioxid (R744)
    Hat ebenfalls eine gute Kälteleistung, ist geruchslos, ebenfalls nicht brennbar und weniger giftig. Dank seiner Geruchslosigkeit erkennt man aber eine Kohlendioxidvergiftung nur schwer und da es auch noch schwerer als Sauerstoff ist, verdrängt es in geschlossenen Räumen den Sauerstoff nach und nach. Das zentrale Problem bei Kohlendioxid-Kälteanlagen ist jedoch, dass man mit recht hohen Drücken arbeiten muss und man diese Drücke beherrschen muss. Bei größeren Kälteanlagen ist das einfacher, als in Autos.
  • 2,3,3,3-Tetrafluorpropen (HFO-1234yf)
    Dieses Gas mit dem furchtbaren Namen hat nichts mit den Wirkungen von Propan zu tun, sondern ist „nur“ reizend, also weder giftig, noch brennbar. Sein Treibhauspotential liegt bei etwa dem Vierfachen von Kohlendioxid und entspricht damit den Anforderungen, dass zukünftige Kältegase maximal das 50-fache des Treibhauspotentials von Kohlendioxid haben dürfen. Und es schädigt nicht die Ozonschicht.

Das alles zur Zukunft – aktuell haben wir jedenfalls immer noch das Problem, dass wir R134a einsetzen und wir aktuell keinen Nachschub im Hause haben. 🙁

Wochenendschraubereien.

Um es gleich zu sagen – wir haben nichts gegen Hobbyschrauber, wirklich nicht. Wir wissen selbst, dass Autos ein sehr anregendes Hobby sein können und dazu gehört bei vielen Menschen eben auch das Selbstschrauben am Auto. Machen wir ja selbst nicht anders mit unseren Old- und Youngtimern. Zum Selbstschrauben gehört auch, dass man das selbstverständlich dann macht, wenn man Zeit hat und wenn es schön ist. Also gern im Sommer und gern auch am Wochenende. Spricht auch absolut nichts dagegen.

Nur: Wenn man beispielsweise weiß, dass man am Samstag seinen Motor zerlegen möchte, um beispielsweise die Zylinderkopfdichtung auszuwechseln, dann sollte man bitte vorher darüber nachdenken, dass man zum Wechseln von Zylinderkopfdichtungen eben auch eine frische Zylinderkopfdichtung braucht! Wir haben zwar viele Ersatzteile auf Lager, aber es gibt immer wieder einmal Situationen, wo wir selbst häufig gebrauchte Teile kurzfristig einmal nicht auf Lager haben. Das ist natürlich nicht sehr spaßig, wenn man mit einem zerlegten Motor zu Hause dann am Samstagvormittag hektisch das Telefonieren beginnen muss und wir uns dann hin und wieder auch ein paar unschönere Dinge am Telefon anhören müssen. Und das dann teilweise auch noch von Menschen, die noch nie bei uns waren, uns doch gar nicht kennen und wir ja nun auch gar nichts dafür können, wenn jemand zuerst auseinandernimmt und dann einkaufen möchte.

Opel hat riesige Ersatzteillager und auch ein hocheffizientes Bestellsystem, mit dem wir zur Not auch über Nacht die meisten Ersatzteile bestellen können. Deshalb: Vorher planen, uns im Laufe der Woche einfach mal anrufen und wir schauen dann, was wir tun können. Und dann sind alle Grundlagen für entspannendes Schrauben am eigenen Auto gelegt und das gewünschte und ggf. bestellte Ersatzteil kann auch ganz bequem am Samstagvormittag bei uns abgeholt werden.

Irrgelaufener Chrom-Schriftzug.

Am Samstag kam ein Paket von einer Firma namens Pidplates in unser Autohaus, ohne jeglichen Kommentar. Darin: Die Adresse unseres Weblogs in schönen Chrombuchstaben, hübsch zum Aufkleben. Das habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen und damit unsere Eingangstür verschönert. Das Aufkleben ist dabei ein Kinderspiel, da der Schriftzug auf einem Träger daherkommt und die Buchstaben selbstklebend sind. An diesem Schmuckstück kommt jetzt kein Kunde mehr vorbei:

Schon toll, dass wir so ein schönes Geschenk bekommen. Wobei… „Geschenk“… einige Minuten nach dem Aufkleben ergab sich nämlich folgender Anruf mit meinem Bruder:

Andreas Gerstel: „Hallo Timo! War heute zufällig ein Paket in der Post?“

Timo Gerstel: „Ja, war. Ein super Schriftzug mit unserer Weblog-Adresse aus Chrombuchstaben!“

Andreas Gerstel: „Ah, schön, endlich! Darauf habe ich gewartet, das will ich mir hinten ans Auto kleben.“

Oh-oh. 🙁

Mietwagen und das leidige Thema mit dem volltanken.

Bei uns kann man auch Fahrzeuge anmieten. Das gilt nicht nur für die Fälle, wenn ein Kunde einen fahrbaren Untersatz braucht, weil sein Fahrzeug bei uns in Reparatur ist, sondern auch für diejenigen, die eben ein Auto mieten wollen, weil sie beispielsweise einen Großeinkauf bei einem großen, schwedischen Möbelhaus planen und für den Transport mal einen Opel Zafira brauchen. Anrufen, nachfragen, herkommen, Führerschein zeigen, Mietvertrag unterzeichnen und los.

Immer wieder lustig wird es dann bei der Rückgabe und dem ständigen Thema, warum denn ein Fahrzeug vollgetankt zurückgebracht werden soll. Das hat zwei einfache Gründe: Vereinfachung der Abwicklung und der Abrechnung.

Hinter einem Mietwagen steckt eine Menge Arbeit hinter den Kulissen:

  1. Papierkram – es muss lückenlos dokumentiert sein, wer wann welches Fahrzeug hatte und wie viele Kilometer er/sie damit gefahren ist. Dazu gehört auch, das Fahrzeug vor und nach jeder Vermietung nach Schäden zu überprüfen.
  2. Instandhaltung – das Fahrzeug muss stets sauber und selbstverständlich in fahrbereitem Zustand sein.
  3. Einsatzbereitschaft – ein Mietfahrzeug bringt nämlich nichts, wenn es nicht möglichst schnell und effizient vermietet werden kann und deshalb müssen die Standzeiten kurz sein.

Wenn wir nun jedes Mal ein Mietwagen nach der Rückgabe zur Tankstelle bringen müssten, würde das jegliche Planung über den Haufen werfen. Einmal Tankstelle und zurück sind im Endeffekt locker eine halbe Stunde, mit der ein Mitarbeiter dann außer Haus ist.

Das Abrechnungstechnische ist aber mindestens genauso ein Heckmeck, denn schließlich haben normale Fahrzeuge ja keine genaue Benzinuhr, an der man ablesen könnte, wie viel Liter Sprit genau verbraucht wurde. Und spätestens wenn ein Fahrzeug nach der Rückgabe versehentlich nochmal einen Einsatz hat und der Tank da nicht voll ist, kann man den verbrauchten Sprit nicht mehr sinnvoll einem Kunden in Rechnung stellen.

Aus diesem Grund gilt auch bei uns das, was bei vielen anderen Autovermietern gilt: Ein Fahrzeug bitte immer vollgetankt zurückbringen.

Wie funktionieren Rückrufe von Fahrzeugen?

Wer die Nachrichten der letzten Tage verfolgt hat, wird sicherlich über den aktuellen Fahrzeugrückruf für Opel Corsa D-Modelle gestolpert sein, bei dem insgesamt 15.500 Fahrzeuge vorsorglich zurück in die Werkstatt gerufen werden, um eine Verbesserung an der Handbremse vorzunehmen. Betroffen sind in diesem Fall alle bisher gebauten Modelle des neuen Opel Corsa. Wie aber funktionieren Rückrufe?

Grundsätzlich unterliegen alle Fahrzeuge, die von einem Autohersteller gebaut werden, einer permanenten Qualitätskontrolle. Schon beim Bau eines Fahrzeuges werden viele Aspekte ständig kontrolliert, das Fahrzeug wird vor der Auslieferung final kontrolliert und auch wir als Autohaus überprüfen Fahrzeuge vor der Übergabe nochmal. Alles dokumentierte und nachvollziehbare Schritte, die dann mit den weiteren Erfahrungen, die die Werkstätten dann nach der Produkteinführung machen, ergänzt werden. Also auch nach der Entwicklung eines Autos laufen ständig Informationen vom Autohersteller zu den Opel-Werkstätten und umgekehrt.

Von vielen Verbesserungen bekommen Sie als Fahrzeugbesitzer gar nicht so viel mit. Zum einen werden Autos vor der Serienfertigung ausgiebig getestet und wenn dann doch mal Dinge verbessert werden müssen, wird immer geprüft, ob man das umgehend durchführen muss oder die Verbesserung (da nicht sicherheitsrelevant) Zeit hat bis zur nächsten Inspektion des Fahrzeuges. Bei sicherheitsrelevanten Dingen steht das natürlich außer Frage, da müssen Fahrzeuge sofort verbessert werden.

In so einem Fall wird anhand von Fertigungsprotokollen geprüft, welche Fahrzeuge in der Serienproduktion davon betroffen sind. Da bei der Fertigung sehr genau Buch geführt wird, lassen sich beispielsweise verbaute Chargen von minderwertigen Bauteilen recht genau in der Fertigung nachvollziehen und die betroffenen Fahrzeuge eingrenzen. Diese Informationen sind dann das Kernstück eines anstehenden Rückrufes, denn anhand der Modellbezeichnungen und Fahrgestellnummern lassen sich die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge über das Kraftfahrzeugbundesamt ermitteln und anschreiben. Jeder, der ein Fahrzeug in der Bundesrepublik angemeldet hat, hat die notwendigen Informationen hierzu automatisch dort hinterlegt.

Es gibt also für Besitzer eines neuen Opel Corsa keinen Grund zur Panik. Wer Post mit einem Fahrzeugrückruf erhält, nimmt Verbindung mit uns auf, es gibt einen Werkstatttermin und das Problem wird behoben. Im Falle des Handbremsenproblems des Opel Corsa D ist das Problem in einer halben bis dreiviertel Stunde behoben. So lange kann man sogar bei uns in unserem Wartebereich Platz nehmen, Zeitung lesen, ein Getränk trinken und einen Snack genießen. Und exklusiv für Gerstel Kunden: Von unseren ausgelieferten Corsas sind nur 3 betroffen !

Kein Tisch am Montag.

Wir haben es uns fast gedacht, waren am Montag um Punkt 10 Uhr aber trotzdem gespannt darauf, ob tatsächlich ein Couchtisch den Weg ins Autohaus zwecks Überprüfung der Hubfunktion findet. Wir haben sogar extra ein Mitarbeiterteam abgestellt, eine Hebebühne leergeräumt und den roten Teppich ausgerollt…

Nichts, nada, null… um 10 Uhr kam weder ein Couchtisch, noch eine Frau und auch kein Anruf mehr. Schade drum, denn den Couchtisch hätten wir repariert bekommen und wenn wir hätten flexen und schweißen müssen. 😉