Das Cabrio-Einmaleins.

So langsam gewinnt der Frühling und damit stehen auch die Besitzer von Cabriolets in den Startlöchern und können es kaum erwarten. Viele Cabriobesitzer haben Saisonkennzeichen und starten pünktlich am 1. April in die Freiluftsaison, da kann es nicht schaden, schon mal ein paar Tage vorher nach dem rechten zu sehen.

Was tun zum Ausmotten?

Bei modernen Cabriolets müssen Sie nicht sehr viel Vorbereitungen treffen für die erste Ausfahrt. Schauen Sie vor allem nach dem Zustand der Autobatterie, Reifendruck, Beleuchtung, Scheibenwischer und wie es um Service und Hauptuntersuchung steht. Wenn eine Inspektion fällig ist, macht es durchaus Sinn, die gleich zu Beginn der Saison durchführen zu lassen.

Falsch ist sicherlich nicht, das Verdeck einmal in Ruhe zu begutachten, gerade wenn das Verdeck aus Leder oder Kunststoff ist. Kleine Risse lassen sich deutlich besser reparieren, wenn sie klein sind.

Mit dem Verdeck in die Waschanlage?

Kann man mit modernen Cabrio-Verdecken durchaus machen, man bekommt von Profis aber durchaus abschätzige Blicke beim Besuch. Ein Verdeck muss gepflegt werden und dann hält es auch sehr lange. Dazu gehört eigentlich die Handpflege. Bei modernen Verdecken und vor allem bei Verdecken mit motorischen Antrieben müssen Sie sich über das Innenleben des Verdecks wenig Gedanken machen, das ist Sache Ihrer Werkstatt.

Wenn Sie Lederbezüge in Ihrem Cabriolet haben, dann ist eine Lederpflege keine falsche Investition, auch wenn das ein schönes Stück Arbeit ist. Wenn Ihr Cabrio im Sommer öfters mit offenem Verdeck in der Sonne steht, hat es eine ordentliche Pflege mit einem passenden Pflegemittel verdient. Wichtig dabei ist ein vernünftiges Pflegemittel, denn moderne Lederbezüge sind meist vorbehandelt, um einen Teil des Sonnenlichts zu absorbieren.

Die passende Kopfbedeckung.

Den ersten Fehler, den Cabrio-Frischlinge gern machen, ist das dachlose Fahren ohne Kopfbedeckung. Sprich: Ohne Mütze. Das ist insofern fatal, weil der Fahrtwind zwar hübsch den Kopf kühlt, die Sonne aber dennoch erbarmungslos auf den Kopf scheint. Das Ergebnis ist gerade bei Menschen mit nicht mehr ganz so vollem Haar am Abend ein deftiger Sonnenbrand auf dem Kopf. Deshalb: Wenn das Dach offen ist, gehört eine Mütze auf den Kopf! Das muss nicht unbedingt gleich eine Lederkappe im Stile von Doppeldecker-Kampfpiloten sein, es reicht auch schon eine vernünftige Schirmmütze. Echte Opel-Cabriofahrer tragen natürlich eine Opel-Schirmmütze …

Es zieht im Cabrio vorn.

In modernen Cabriolets zieht es schon lange nicht mehr wie Hechtsuppe, denn auch Cabriolets müssen in der Entwicklung in Windkanäle und werden auch dahingehend getestet. Natürlich lässt sich ein gewisser Luftzug im offene Cabriolet nicht gänzlich unterdrücken, aber das ist ja auch gerade der Sinn der Sache. Wenn es allerdings sehr ordentlich zieht, macht das auch keinen Spaß mehr.

Grundregel 1, wenn es zieht bei offenem Verdeck: Schließen Sie einfach einmal die Fenster. Das sieht zwar wenig cool aus, allerdings zieht es meist deshalb, weil Wind von der Seite ins Cabrio bläst. Weil da noch der Fahrtwind hinzukommt, wird es dementsprechend stürmisch. Geschlossene Fenster halten den Seitenwind aber weitgehend ab und schon wird es deutlich ruhiger.

Es zieht im Cabrio hinten.

Auf der Rückbank ist das mit dem Luftzug schon deutlich schwieriger, denn hier kommt deutlich mehr Fahrtwind auf den Köpfen der Insassen. Hier hilft ein Windschott hinter der Rückbank schon kräftig, die größten Luftwirbel zu verhindern. Generell gilt aber, dass in einem Cabrio die Rückbank schon deutlich kräftiger im Wind steht, als die Vordersitze, deshalb sind bei vielen Cabriolets die Seiten deutlich höher gezogen. Im Zweifelsfall sorgen auch hier geschlossene Fenster für deutlich weniger Luftwirbel.

Offenes Verdeck bei kühleren Witterungen?

Kann man durchaus machen und echte Cabrio-Fans lassen sich durch kühle Witterung auch nicht davon abhalten, das Verdeck zu öffnen. Schließlich lässt sich eine Heizung ja aufdrehen und das ist auch nicht unbedingt eine große Umweltsauerei, da die Wärme der Heizung ja von der Motorabwärme gespeist wird (wenn nicht gerade elektrisch zugeheizt wird).

Wichtig ist: Ohne vernünftige Jacke und ohne Schal ist ein offenes Verdeck bei kalten Temperaturen eine ziemlich sichere Angelegenheit für eine ordentliche Erkältung danach. Packen Sie sich also ordentlich ein, wenn es kühl ist und da reden wir auch schon von Temperaturen von 15° Celsius. Der Fahrtwind ist selbst bei 50 km/h nicht zu unterschätzen.

Auto mit offenem Verdeck parken?

Das ist eigentlich ziemlich einfach zu beantworten: Nur Anfänger lassen Ihr Cabriolet unbeaufsichtigt mit offenem Verdeck stehen. Beeindrucken kann man damit nur wenige Menschen, dafür ist aber schnell mal Dreck im Auto und es kommt auch gar nicht so selten vor, dass ein beeindruckter Passant sich zum Probesitzen einlädt.

Und nicht zu vergessen: Wenn es plötzlich anfängt zu regnen, müssen Sie rennen oder Sie sitzen in einem nassen Cabriolet. Das ist besonders ärgerlich, wenn Sie Stoffbezüge im Auto haben.

Die Ledersitze/das Lederlenkrad sind durch die Sonne beim Parken so heiß geworden!

Wissen Sie, warum das Handschuhfach so heißt? Genau! Ein Satz feiner Lederhandschuhe für Autofahrer macht jeden Cabriofahrer froh – wenn man sie denn dann auch tatsächlich dabei hat, vorzugsweise eben im Handschuhfach. Gegen superheiße Ledersitze hilft notfalls eine Decke oder ein Handtuch, beides hat der Profi dabei. Beim Parken ein kleines Handtuch über das Lenkrad zu legen, ist übrigens nicht stillos – ganz im Gegenteil.