Diesel-Abgasproblematik: Keine Panik!

Also, zum Thema Diesel-Abgasproblematik müssen wir jetzt mal ein paar Fakten sammeln. Zum Bericht des Bundesverkehrsministeriums, der am Freitag veröffentlicht wurde, kursieren inzwischen viele Meinungen und Halbwahrheiten, die eine Menge Verunsicherung schaffen.

Anmerkung: Dieser Artikel ist kein offizielles Statement der Adam Opel AG. Einen Link zu einem offiziellen Statement von Opel gibt es am Ende des Artikels.

„Betrügt mich Opel mit meinem Diesel-Motor?“

Ganz klar: Nein. Es geht bei Opel-Dieselmotoren zum einen nur um bestimmte, neuere Diesel-Motoren und bei diesen Fahrzeugen um die Abgasreinigung und darüber hinaus um das so genannte „Thermofenster“. Da geht es darum, dass die Abgasreinigung moderner Dieselfahrzeuge nur bei bestimmten Temperaturen gut funktioniert und deshalb beim Erreichen niederer Temperaturen abgeschaltet werden darf. Wie hoch/niedrig diese Temperatur sein darf, ist nicht auf das Celsiusgrad festgelegt, sondern wird im Rahmen der Motorenentwicklung und den Eigenschaften des Motors vom Hersteller aus gesteuert. Üblicherweise gibt es hier Temperaturkorridore (damit ist das „Thermofenster“ gemeint), die die Motorensteuerung permanent während der Fahrt selbst ermittelt und die Abgasreinigung damit dann auch live steuert.

Ganz wichtig ist hier: Es besteht ein Unterschied zu der Problematik, mit der die Volkswagen AG konfrontiert ist. Die Nutzung des Thermofensters ist notwendig und ständig im Einsatz.

„Ist mein Diesel-Auto kaputt/gefährlich?“

Auch hier: Nein! Ihr Auto ist vollkommen sicher, es geht hier rein um die Abgasreinigung.

Und auch bei der Frage der Messwerte aus Labormessungen und realem Einsatz muss man sagen: Ja, diese Werte differieren und zwar bei allen Autos und bei allen Herstellern. Der Grundsatz bei Verbrauchs- und Emissionsmessungen ist, dass diese Messungen für alle Hersteller gleich sein müssen und Vergleichbarkeit zu ermöglichen.

Selbstverständlich ist eine echte Autofahrt immer eine höchst individuelle Mischung aus Fahrsituationen, die abhängig von der Strecke, den Außentemperaturen, des Autofahrers und vielen anderen Kriterien ist. Wer beispielsweise im Auto eher spät schaltet und Gänge ausfährt, erzeugt völlig andere Emissionswerte (von Verbrauchswerten ganz zu schweigen), als jemand, der sehr früh schaltet.

„Opel hat Rückrufe angekündigt, was muss ich tun?“

Wie wir es vor Jahren schon mal hier im Gerstelblog zum Thema Rückrufe geschrieben haben: Ruhe bewahren. Wenn Ihr Fahrzeug von der Thematik betroffen ist, werden Sie in der nächsten Zeit einen Brief von der Adam Opel AG bekommen. Opel hat angekündigt, dass für die betroffenen Fahrzeuge eine freiwillige Serviceaktion durchgeführt wird, in der die Stickoxid-Emissionen von betroffenen Fahrzeugen verbessert werden. Sie erhalten dazu in nächster Zeit einen Brief, der das erläutert und Ihnen empfiehlt, mit Ihrem Opel-Service-Partner entsprechend Kontakt aufzunehmen. Wir werden zu diesen Zeitpunkt über unsere Systeme ebenfalls im Bilde sein und können mit Ihnen dann genaueres besprechen und einen Wartungstermin vereinbaren, wo die Aufgaben erledigt werden. Nach Aussagen von Opel ist mit ersten Schritten im Juni 2016 zu rechnen.

Wichtig: Es wird mit ziemlicher Sicherheit kein Rückruf aufgrund eines Sicherheitsproblems sein und selbstverständlich werden wir von der Serviceaktion betroffene Fahrzeuge im Rahmen von normalen Inspektionen und Werkstattbesuchen immer darauf prüfen, ob für diese Autos Rückruf vorliegen und diese dann auch ausführen.

„Was wird alles an meinem Auto dann gemacht?“

Das wissen wir zum derzeitigen Punkt noch nicht. All dies wird im Zusammenhang mit der freiwilligen Serviceaktion von Opel festgelegt und uns Opel-Service-Partnern üblicherweise rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Das wird in der Regel dann zeitlich so sein, dass wir dann genau Bescheid wissen, wenn die ersten Kunden über die Serviceaktion von Opel informiert werden.

Weiterführender Link zur Thematik: